Christine-Koch-Gesellschaft e.V.

Unsere Gesellschaft und die deutsch-polnische Literaturpartnerschaft Masuren – Sauerland

Nachwuchsautorinnen (Forum Junge Poesie) und Schriftstellerinnen sowie Schriftsteller aus Westfalen treffen sich seit 2008 im August zu einer gemeinsamen Lesung, dem Sommerdialog; seit 2015 in Arnsberg.

 

Liebe Literaturfreunde,

am 22. August 2015 fand die Mitgliederversammlung unserer literarischen Gesellschaft statt, auf der wir unseren Vereinsnamen – wie seit mehr als einem Jahr schon vorbereitet – abänderten in:

Literarische Gesellschaft Sauerland – Christine-Koch-Gesellschaft

Es entspricht dies der langjährigen Wirkungsrichtung unserer Gesellschaft und ist überdies die Ausrichtung auf neue Etappen unseres Wirkens für die Literatur unserer Region, in die wir bei fließenden Grenzen unsere Nachbarschaft ebenso einbeziehen, wie unsere internationalen Partnerschaften. Vom 21. bis 27. August 2015 fand zu siebten Male unsere deutsch-polnische Partnerschaft durch Literatur Sauerland – Masuren statt. Sie steht beispielhaft für unsere literarische Korrespondenz nach innen und außen, wie der umfassende Bericht über diese großartige Begegnungswoche, verfaßt von Dr. Grzegorz Supady, Ermländisch – Masurische Universität Allenstein (Olsztyn), nachfolgend dokumentieren mag:

Masuren im Sauerland – 21. bis 27. August 2015

Von Dr. Grzegorz Supady

Vor genau fünfzehn Jahren lief eine Zusammenarbeit auf der Dichterebene dank dem in Masuren gebürtigen Schriftsteller Herbert Somplatzki vom Stapel. Von Anfang an stand die westfälische Künstlergilde, die noch unlängst Christine-Koch-Gesellschaft hieß und bei der neulich abgehaltenen Vollversammlung in „Literarische Gesellschaft Sauerland“ umbenannt wurde, Pate für dieses kulturelle Unterfangen. Seit langem werden die deutsch-polnischen Literaturbegegnungen von ihrem Vorsitzenden, dem anerkannten Dichter Johann Joseph Claßen koordiniert. der zugleich die Vierteljahresschrift Der Edelrabe herausgibt und für das Erscheinen der Jahresalmanache der literarischen Gesellschaft verantwortlich zeichnet.

 Die „masurische“ Seite ist seit jenem Stapellauf durch die Allensteiner Gesellschaft Deutscher Minderheit vertreten. Sie organisiert abwechselnd ähnliche Treffen in Ermland-Masuren mit und entsendet alle fünf Jahre eine gediegene Riege namhafter Autoren aus Allenstein ins Sauerland. In vorigen Jahren (2000, 2005, 2010) waren es: Kazimierz Brakoniecki, Alicja Bykowska-Salczyńska, Włodzimierz Kowalewski, Erwin Kruk, Magdalena Sacha, Mariusz Sieniewicz, Grzegorz Supady und Rafał Wolski. Diesmal lasen Alicja Bykowska-Salczyńska, Tomasz Białkowski, Zbigniew Chojnowski und Grzegorz Supady aus ihren Büchern bzw. stellten ihre kulturgeschichtlichen Beiträge vor. Für literarische Anstimmungen und Einleitungen in deutscher Sprache sorgte stets Marianna Supady. Die Sauerländer, oder besser gesagt: Sauerländerinnen, standen ihren Kolleginnen und Kollegen selbstverständlich nicht im Wenigsten nach. Besonders Frauen verschiedenen Alters waren es nämlich, die ihre eindrucks- und stimmungsvollen Gedichte oder grotesk-humorvollen Geschichten gekonnt vortrugen.

 Die diesjährige Veranstaltung startete im Landratsamt Meschede und trug den Titel „Literaturgeschichte über Grenzen“. Sie wurde von Landrat Dr. Karl Schneider, einem der Hauptträger der bilateralen Begegnungen, und Johann J. Claßen, eröffnet. Letzterer hielt einen Vortrag „Eichendorff, Stifter und Wiechert. Facetten einer modernen Bedeutung alter Literatur“, in dem eine Kontinuierlichkeit des romantischen Kunst- und Lebensverständnisses dargelegt wurde. Daran schloß sich Grzegorz Supady mit seinem wissenschaftlich untermauerten Beitrag zum 50. Todestag des aus Tilsit stammenden Dichters Johannes Bobrowski an. Dem Vortrag wurde das signifikante Motto des Dichters „Nimmt man das Vaterland an den Schuhsohlen mit?“ vorangestellt, das vier Tage später bei der abendlichen Lesung im Rathaus Brilon in einer von Veronika Kramer vorgetragenen Geschichte ein unerwartetes Pendant fand. Den ersten Nachmittag im Plenarsaal des Hochsauerlandkreises in Meschede aber rundete das von Herbert Somplatzki für den WDR verfaßte Hörspiel „Bis wir im Frieden sind“ ab. Die hohe Dramatik enthaltende Rundfunksendung über den grausamen Kriegsausgang in Masuren und einen Neuanfang im Ruhrgebiet wurde mit viel Beachtung aufgenommen. Trotz einer Tatsache, daß sie bereits vor einem Jahrzehnt von Dr. Magdalena Sacha der polnischen Sprache erschlossen worden war, wurde sie in Allenstein (Olsztyn) bis jetzt leider noch nicht aufgeführt. In Meschede aber hatten es auch Dieter Wurm, der frühere Vorsitzende der Landschaftsverbandsversammlung Westfalen – Lippe, Kreisheimatpfleger Hans-Jürgen Friedrichs und Dieter Wiethoff, Ehrenvorsitzender der literarischen Gesellschaft, und viele andere angesehene Bürgerinnen und Bürger sowie Schriftsteller der Region nicht nehmen lassen, dem Start in die Begegnungstage beizuwohnen.

 Am Samstag, den 22. August, wurden die „Leinen“ für die 10. Ausgabe der Literaturschiffahrt auf dem Möhnesee, einem reizvollen Stausee des Arnsberger Waldes, gelöst. An jener gut frequentierten Fahrt nahmen ca. 160 literaturdurstige Passagiere teil. Sie alle hatten Gelegenheit, der Preisverleihung der diesjährigen, von Otmar Alt entworfenen und Ulrich Wolfkühler gestifteten Edelrabe-Plastik an die Lyrikerin Kristin Völlmicke beizuwohnen. Die Laudatio auf die hoffnungstragende Dichterin hielt einer ihrer künstlerischen Mentoren, der bekannte Satiriker Michael Lamprecht. Doch nicht nur Offizielles stand auf dem Programm: Prof. Dr. Zbigniew Chojnowski stellte seine durch die masurische Landschaft sehr geprägten Gedichte vor. Tomasz Białkowski las aus seinem inzwischen ins Deutsche übertragenen Roman „Der Maulbeerbaum. Ein Masurenkrimi“. Die Werkausschnitte beider Autoren bot mittels gefühlsbetonter, sonorer Klangart der Stimme Johann J. Claßen dar. Einen besonderen Charakter hatte das von Dr. Wolf Kalipp aus Soest konzipierte und zusammen mit Anita Richartz-Freitag rezitierte Feature über eine imaginierte Begegnung zwischen der berühmten Dichterin aus Westfalen, Annette von Droste-Hülshoff, sowie dem seines polnischen Mutterlandes im Herzen zutiefst verbundenen Komponisten und Pianisten Frédéric Chopin. Und zum Ausklang lasen die jungen Nachwuchsautorinnen Katharina Laukemper und Johanna Anna Cäcilia Mett ihre spannenden Kurzgeschichten. Da war zehn Uhr längst vorüber, doch keiner der gebannt lauschenden Zuhörer dachte auch nur im Geringsten an Aufbruch.

 Am Sonnstag, den 23. August, war eine Verschnaufpause vorgesehen, eine Busfahrt durch das prächtige Tal des Flüßchens Hönne. Zuständig für die durch und durch fröhlich stimmende Rundreise war vor allem Dr. Theo Bönemann, der aus allen Kräften nicht nur um die gute Stimmung, sondern auch darum besorgt war, daß jeder Teilnehmer eine, von ihm selbst erstelle Reisebroschüre erhielt. Interessant an dem informativen Heft u. a.: daß es zweisprachig (ins Polnische übersetzt von Bernadette Koscholke) erschienen war und auch Übersetzungen von Lyrik der Droste enthielt. Doch es war nicht das einzige Geschenk Herrn Bönemanns, der übrigens von Johann J. Claßen als der „gütigste und rechtschaffenste kurkölnische Sauerländer“ westlich von Arnsberg bezeichnet wurde. Der studierte Geograph händigte nämlich jedem Teilnehmer sein vor einigen Jahren aufgelegtes Buch über die Geschichte der Post im Sauerland aus. Um aber schließlich vom rechten Wanderwege nicht wegzutreten: Erlebnisreiche Stationen jener Studienreise durch das atemberaubende Hönnetal waren: die Burganlage von Altena, die Ruine Klusenstein und die Luisenhütte Wocklum (die weltweit erste Hochofeneinrichtung) bei Balve. Dem heutigen Einwohner Ermland-Masurens kommt bestimmt die Burg Altena als etwas Bedeutungsvolles vor, denn gerade dort hatte einst der aus Grunenfeld (Gronówko) bei Braunsberg (Braniewo) im Norden Masurens stammende Richard Schirmann die erste Jugendherberge der Welt eingerichtet.

Nach ausgiebigem Auskosten eines nur winzigen Teiles aller Sauerländer Augenschmäuse ging es am Montagnachmittag recht poetisch zu, und zwar in der ehrwürdigen Bibliothek der 2016 ihren 200. Jahrestag feiernden Bezirksregierung zu Arnsberg. Denn diesmal ließen sich dort vor allem Dichterstimmen vernehmen. Annette Gonserowski las aus ihrem zweisprachigen Band Geliebte Freundin Sehnsucht (wer hätte es erahnen können: im Allensteiner Verlag SQL gedruckt!). Ihr folgte Alicja Bykowska-Salczyńska mit dem in ganz Polen schon zu einer wahren Legende gewordenen Poem Der Bus nach Mokainen. Auch diesmal weckte das Gedicht ein reges Interesse des versammelten Publikums. Zbigniew Chojnowskis Gedichte – über sein nicht problemlos vollzogenes Hineinwachsen in die Landschaft an Masurens Meer, dem Spirdingsee – sorgten ebenfalls für manch eine Herzensregung. Zum Abschluß faßte Herbert Somplatzki das fünfzehnjährige Bestehen und erfolgreiche Gedeihen der deutsch-polnischen Initiative, die er einst initiiert hatte und jetzt als „Partnerschaft über poetische Brücken“ bezeichnete, sachlich und fundiert zusammen. Auch nicht unerwähnt bleiben darf die umfassende Vorbereitung und der herzliche Empfang durch Silvya Ixkes-Henkemeier, die Chefsekretärin, und Brunhilde Fehrmann, an diesem Tage die Vertreterin des Regierungspräsidenten.

Der Dienstagmorgen war dagegen für eine ebenso lockere wie zutiefst eingehende Gesprächsrunde im Gymnasium der Benediktinerabtei in Meschede reserviert. Schon die freundliche Aufnahme durch Schulleiter Heinz Plugge und Kurslehrer Marius Beitzel boten den guten Auftakt zu einem eineinhalbstündigen Gedankenaustausch mit den sehr aufmerksamen Gymnasiastinnen und Gymnasiasten, die auch gerne bereit waren, kluge Fragen zu stellen, um – hoffentlich wichtige –Schlüsse für ihr junges Leben ziehen zu können. Einen guten Anlaß dazu gab ihnen Alicja Bykowska-Salczyńska, indem sie über eine Theatervorstellung berichtete, die ihre Tochter mit behinderten Jugendlichen vorbereitete. Einen weiteren Diskussionsauslöser lieferte Grzegorz Supady mit einer Kurzstory über seinen lebenswichtigen Entschluß, Germanist  zu werden.

Zu einem mittäglichen Intermezzo jenes Tages wurde der Besuch bei Hubertus Freiherr von Fürstenberg in Bruchhausen. Von allen Geladenen wurde dies als einmaliges Erlebnis empfunden. Der weltoffene Gastgeber machte einen unverkennbar höflichen Eindruck auf die etwas verunsicherten Ankömmlinge aus einem fernen Land. Doch das dezent-originelle Ambiente des von 35 Generationen (!) bewohnten Bruchhausener Wasserschlosses konnte später keinem mehr aus dem Gedächtnis entschwinden. Freiherr von Fürstenberg, Verwalter des Naturdenkmals „Stiftung Bruchhauser Steine“, gab sich persönlich sehr viel Mühe, die polnische Autorencrew durch die ihm ans Herz gewachsenen, bizarren Felsengeschöpfe zu führen – und auch geduldig Auskunft über ihre geologische Beschaffenheit zu geben. Na ja, noblesse oblige! Mit der Visite bei einem Schlossherrn, der laut Erkenntnissen von Tomasz Białkowski keinem Briefadel, sondern einem echten ‚Uradel’ angehört,  war aber der Dienstag lange noch nicht erschöpft.

Am späten Nachmittag ging es nämlich nach Brilon, in dessen historischen Rathaus am Markt eine Riege deutscher Schriftstellerinnen und polnischer Autoren einen Mix aus Lyrik, Prosa und Sachtext schuf. Der von der Briloner Altstadt sichtlich begeisterte Krimiautor Białkowski „versprach“ dann in aller Öffentlichkeit, künftig die ganze Stadt in einem noch nicht entstandenen Kriminalroman „niederbrennen“ zu lassen (wo dann die Leiche eines heimtückisch ermordeten Mönchs aufgefunden werden könnte, verriet er allerdings in seinem Statement nicht; möglicherweise auf dem Femegerichtsplatz zu Arnsberg oder in der früheren Klosteranlage zu Rumbeck, in deren Nähe alle polnischen Autoren während der Begegnungswoche untergebracht waren). Jedenfalls, im historischen Bürgersaal des Rathauses, der von Besuchern inzwischen prall gefüllt war, begrüßte Brilons Bürgermeister Dr. Christoph Bartsch die Gäste sehr herzlich, bevor als erste die Dichterin Barbara Kling mit ihrem weisen Scharfblick, den sie auf gewohnt gekonnte Art und Weise in komprimierte Verse zu kleiden vermochte, alle zu begeistern verstand. Eine in ihrer Dichtkunst enthaltene Kritik aller ‚Smartphones-Statuen’ klang (und: kling[t] wohl noch) sehr überzeugend den Zuhörern in den Ohren. Veronika Kramer überraschte vor allem die polnischen Gäste mit einer sehr persönlichen Geschichte, die einen Direktbezug auf ein Gefängnis aus Backstein nimmt, das noch heute in der Allensteiner Innenstadt untergebracht ist. Aber um Näheres über den Hintergrund zu erfahren, müßte man den Wortlaut der hier nur angesprochenen Story erfahren. Die Prosaistin Christel Keiderling, unterstützt durch ihren begabten Enkel Finn, las ihre Erzähnlung Erde vor (die in den Jahresalmanach über die Partnerschaft Masuren – Sauerland 2010 aufgenommen worden war). Da die Protagonistin der Erzählung ostpreußische Wurzeln hat, kam die ostpreußische Mundart vor, um deren schleichenden Verlust nicht nur Günter Grass, in einem seiner letzten Gedichte (veröffentlicht im Band Vonne Endlichkait, 2015), sehr trauerte. Eine neuere, sehr gut durch das Publikum aufgenommene Geschichte, betitelt Auf dem Holzweg, präsentierte dagegen Monika Schreckenberg, der hier auch besonderer Dank für all ihre Bemühungen um das Zustandekommen der Lesung und deren reibungslosem Ablauf gilt. Ihre ulkige, dabei sprachlich vollkommene Geschichte brachte die polnischen Autoren auf eine Assoziation mit den Shortstorys in der Manier des bekannten Schriftstellers Sławomir Mrożek. Auf polnischer Seite stellte dann Grzegorz Supady noch seine nicht immer optimistisch anmutenden Ergebnisse einer an der Ermländisch-Masurischen Universität in Allenstein (gemeinsam mit Piotr Błachowicz) durchgeführten Studentenumfrage vor, derer Schwerpunkt das deutsch-polnische Verhältnis war. Außerdem konnte an jenem Abend die Moderatorin Alexandra Esser ihren höchst gelungenen Einstig in die einmalige Atmosphäre solcher Literaturabende wie diesen feiern.

Kurzum erwähnt noch der letzte Tag: vormittags begonnen im (vielleicht noch „historischeren“, wenn sich denn das Wort steigern ließe) Rittersaal des barocken alten Rathausbaus zu Arnsberg, mit einer Besichtigung, aus der dann ein Altstadtrundgang wurde, unterbrochen von einem Besuch der Redaktion der führenden Tageszeitung in der Region. Nachmittags chauffierte das Ehepaar Claßen die Gäste aus Masuren durch das Quellgebiet von Ruhr und Lenne zur östlichsten Aussichtshöhe des Sauerlandes auf dem Kahlen Pön bei Düdinghausen, unmittelbar an der Grenze Nordrhein-Westfalens. Der Blick über die endlosen Waldrücken von Nordhessen riefen eine literarische Erinnerung an Adalbert Stifter wach. „Die Berge standen im Reize und im Ganzen vor mir […]. Sie waren jetzt Bilder so wie früher bloß Gegenstände. In die Bilder konnte man sich versenken, weil sie eine Tiefe hatten“. Johann Claßen zitierte es aus Stifters Roman Der Nachsommer, sowohl über den nahen Blick talwärts auf sein Heimatdorf Oberschledorn, als auch über den fernen auf die verschwommene Kontur des Hohen Meisner hinter Kassel schon dicht an Thüringen. Und auch die gastronomisch so beliebte, wie idyllisch ausblickende Einkehr in der Graf-Stolberg-Hütte auf einer südwestlichen Anhöhe des Kahlen Pöns tangierte irgendwie die Literatur. Auf den Dichter und des jungen Goethe Weggefährten Friedrich Leopold zu Stolberg nämlich führt der Name indirekt zurück. Haben wir die Empfindsamkeitspoesie des Dichters heute eher vergessen, so bleibt doch die im Jahre 1800 vollzogene katholische Konversion des bis dahin protestantischen Stolbergs, welcher viele Literaten, z. B. die Schlegelbrüder, sich damals anschlossen, von literaturgeschichtlicher Bedeutung für die frühe Ausrichtung der Romantik.

Über all den angeführten ‚Events’ schwebten allzeit zwei gute Geister, die sich in einem recht romantisch, durch und durch dichterisch veranlagten Haus, gelegen an einem etwas verwunschenen Arnsberger Berghang, ein friedliches Domizil aufbauten, in dem stets Menschen aus Ost und West verkehren. Sogar ihre Vornamen, Johanna und Johann, deuten hin auf ein ausgesprochen schöpferisches Einvernehmen in Sachen: alle Hindernisse beseitigen, um nur allen polnischen Gästen jeden Weg während ihres Aufenthaltes in Deutschland zu ebnen. Sie alle: Alicja, Tomasz, Zbigniew, Marianna und Grzegorz möchten sich nun bei Ihnen auf Herzlichste bedanken: Für ihr enormes Wohlwollen, riesengroßes Engagement und eine unübertroffene Engelslangmut, die gelegentlich sogar an Opferbereitschaft grenzte! Ein schlichtes Dankeschön sei demgegenüber nur ein allzu bescheidenes Mittel, um ihre Erkenntlichkeit zum Ausdruck zu bringen. Vielleicht also noch das zum Abschied: Auf Flügeln des Gesanges läßt Masuren das Sauerland grüßen!

Soweit der umfassende Bericht von Dr. Grzegorz Supady

Unser Gesellschaft geht es in ihrem breit angelegten Programm unter anderem auch darum, die Bedeutung der charakteristischen und unverwechselbaren Landschaft des Sauerlandes in der Literatur sichtbar zu machen und Literaten anzuregen, im und über das Sauerland zu schreiben. Der Name Sauerland umfasst dabei eine Region, die offen ist nach außen hin, offen für Autoren von außen, offen für die Nachbarregionen in ganz Südwestfalen. Literatur aus Erfahrung der Region, die sich so öffnet, führt heraus aus der Enge des Raumes, ohne die heimatlichen Bezüge aufzugeben. Wie diese auch immer verstanden werden können, bringt Prof. Dr. Wihelm Gössmann, langjähriger Vorsitzender der Heinrich-Heine-Gesellschaft und Gründungs- sowie Ehrenmitglied der Christine-Koch-Gesellschaft, zur Sprache: “Heimat irrlichtert innen und nirgends sonst.” Beim 20jährigen Bestehen der Gesellschaft wurde dieses Zitat zum Titel der ”Jubiläumsbandes”  2013 mit 42 Autorinnen und Autoren - und quasi zum Leitbild für die weitere Herausgabe von Lyrik- und Prosa aus Erfahrung der Region. In diesem Sinne versteht sich die Gesellschaft zeitgemäß als Literarische Gesellschaft Sauerland in Südwestfalen.

Zu den regelmäßig stattfindenden Veranstaltungen zählen u. a.:

  • Lesungen, Vorträge und literarische Geselligkeiten
  • Buchpremieren
  • Literaturfahrten und die Möhnesee-Literaturschiffahrt
  • Literarisch-biographische Abende
  • Schreibwerkstätten und Autorengespräche

Neben der jährlichen Herausgabe einer Anthologie-Reihe und der Quartals-Literaturzeitschrift “Der Edelrabe” betreut die Gesellschaft das “Sauerländische Literaturarchiv”, in dem bereits mehr als 2.000 Bücher zusammengetragen wurden. Zudem ist die Christine-Koch-Gesellschaft Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der Literarischen Gesellschaften Westfalens, beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe und in der Arbeitsgemeinschaft Literarische Gesellschaften und Gedenkstätten e.V. in Berlin. Im Jahr 2011 hat die Christine-Koch-Gesellschaft 300 Mitglieder und ist damit die größte literarische Gesellschaft dieser Region.

Wir laden Sie herzlich ein, auch ein Teil unserer Gesellschaft zu werden!

Johann Joseph Claßen, Vorsitzender

Literarische Gesellschaft Sauerland – Christine-Koch-Gesellschaft

 

Bio-bibliographische Daten: http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_J._Cla%C3%9Fen